Neue „Selbstanwendungs-Verhütungsspritze“: Statt sich alle drei Monate eine Spritze beim Arzt geben zu lassen, können sich Frauen jeden Monat mit Uniject, einer Fertigspritze mit einer sehr feinen Nadel, welche nur in die Oberfläche der Haut eindringt, vor Schwangerschaft schützen. Diese Methode ist in den USA schon auf dem Markt und wird in einigen anderen Ländern zu Forschungszwecken bereits verschrieben.
Es gibt drei neue Typen von Frauenkondomen mit ihren jeweiligen Vorteilen, wie z.B. niedrigerem Preis, einfacherem Gebrauch, weniger Nebenwirkungen wie z.B. Allergien. Die neuen Frauenkondome sind alle aus Polyurethan, welches auch länger aufbewahrt werden kann.
Eine Progestagenpille, die auch den Stoff Desogestrel enthält, wird von Organon hergestellt. Diese Pille wirkt v.a. als Ovulationshemmstoff, im Gegensatz zu den meisten Porgestagenpillen, welche die Schleimhaut der Zervix verdicken.
Auch die Spirale (IUD) wird immer besser. Die Hormonspirale Mirena ist schon 10 Jahre auf dem Markt. Eine neue IUD ist Fibro-Plant, welche aus einigen Kupferzylindern an einem Draht besteht. Diese Konstruktion wird hinten in der Gebärmutter festgemacht und sondert jeden Tag eine kleine Menge Levonorgestrel ab. Dies schützt die Frau mindestens drei Jahre lang vor Schwangerschaft. Aus Untersuchungen erweist sich, dass weniger Schmerzen und unregelmäßige Blutungen vorkommen als bei traditionellen Spiralen.
Sterilisation der Frau wird durch Erneuerungen eine immer mehr akzeptierte Form der Schwangerschaftsverhütung. Anstelle von Laparoskopie und Laparotomie(Bauchschnitt), wobei eine Operation stattfindet, welche hohe Anforderungen an den Arzt stellt, gibt es nun Methoden, die leichter auszuführen sind. Als erstes wird eine dünne Feder über die Vagina und Gebärmutter in den Eileitern angebracht. Während einer Periode von einigen Monaten wächst dann ein Narbengewebe an der Stelle, an der die Feder sich befindet. Dies schließt die Eileiter permanent ab.
Chemische Sterilisation ist mit Quinacrine möglich, welches auch als Anti-malariamittel eingesetzt wird. Dies wird in Form von Körnern in die Gebärmutter eingeführt und verursacht dort auch Narbengewebe, welches die Eileiter abschließt.
Der Nuvaring und das Verhütungspflaster sind in den Niederlanden bereits bekannt. Es wird momentan ein neuer Ring, der Nestorone-Ring, entwickelt, welcher eine andere Sorte Progestagen absondert. Dieser Ring muss erst nach 12 Monaten statt 3 Wochen ersetzt werden.
Nestorone wird momentan auch als Spray getestet. Dadurch, dass jeden Tag eine kleine Menge auf die Haut gesprüht wird, wird der Eisprung in 85% der Fälle unterdrückt.
Ein neues Mittel, welches verhütet und auch vor Geschlechtskrankheiten schützt, wird entwickelt. Mehr als 20 Jahre suchen Wissenschaftler nach einem Mittel, welches Mikroben abtöten und gleichzeitig als Verhütungsmittel fungieren kann. Seit Kurzem ist die Entwicklung dieser „Mikrobiziden“ stark vorangegangen. Fünf Produkte verkehren nun im letzten Forschungsstadium, mit anderen Worten: sie dürfen an einer hohen Anzahl Testpersonen ausprobiert werden.
Vielversprechend ist ein Puffer-Gel. Es besteht aus Polymer, welches den Säuregrad der Vagina erhöht und dafür sorgt, dass sowohl Samenzellen als auch Mikroben abgetötet werden. Dieses Mittel kann also sowohl beim Verhüten einer Schwangerschaft als auch als Schutz vor Infektionen wie HIV, Chlamydien und Herpes eine Rolle spielen.
Es werden zwei neue Methoden der Sterilisation des Mannes erforscht. Bei der ersten wird ein chemischer Stoff in den Samenleiter eingeführt, welcher zur Blockade des Gewebes führt. Bei der zweiten Methode werden in jedem der zwei Samenleiter zwei Stöpsel angebracht. Diese Methode ist rückgängig zu machen.
Auch die Pille für den Mann wird immer realistischer. Man geht davon aus, dass im nächsten Jahr auf jeden Fall noch groß angelegte Tests stattfinden, wahrscheinlich in China. Die Pille für den Mann basiert auf der Tatsache, dass der Gebrauch von Testosteron eine niedrigere Produktion von Sperma hervorruft. In der Praxis wird dies wahrscheinlich auf eine 2-monatliche Spritze oder ein Implantat hinauslaufen.
Richtlinien WHO
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat neue Richtlinien für den Gebrauch von Verhütungsmitteln aufgestellt. Ein paar Beispiele:
Pille vergessen: was tun? Es geht darum, dass man 7 Pillen hintereinander eingenommen haben muss, um einen normalen Schutz zu haben. Also: wenn man ein oder zwei Pillen vergessen hat, weiter Pillen einnehmen und die ersten sieben Tage sicheren Geschlechtsverkehr haben (extra Schutz o.ä.). Jemand, der drei oder mehr Pillen vergessen hat kann genauso gut aufhören mit der Einnahme, für sicheren Geschlechtsverkehr sorgen bis zur nächsten Blutung und dann mit einer neuen Packung beginnen.
Das Implantat kann länger gebraucht werden. Anstatt von fünf Jahren kann das Implantat nun sieben Jahre benutzt werden.
Die Pille danach (Morning-after-Pille) kann innerhalb von 120 Stunden eingenommen werden. Obwohl es immer noch stimmt, dass die Morning-after-Pille am effektivsten ist, wenn sie so schnell wie möglich nach dem unsicheren/ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen wird, hat sich gezeigt, dass die Periode, in der die Pille eingenommen werden kann von 72 auf 120 Stunden erweitert werden kann.
Periodische Enthaltung ist noch immer eine sinnvolle Methode. Trotz aller Kritik ist das Nutzen der sicheren Tage, bzw. das Vermeiden der unsicheren Tage, noch immer beliebt und wahrscheinlich handelt es sich hierbei auch um eine sichere Methode. Es gibt bereits viele Tricks und Apparate, um es den Menschen leichter zu machen, die unsicheren Tage auszurechnen. Das Problem liegt in der guten Vorhersage. Die WHO empfiehlt die folgende, einfache Methode: zu einem Menstruationszyklus von 26 bis 32 Tagen gehört eine unsichere Periode, welche am achten Tag beginnt und am 19. Tag aufhört. Die Zuverlässigkeit dieser Methode wird mit der von Kondomen und Pessar gleichgesetzt.
Pille ohne Pause: immer mehr Sachverständige sind davon überzeugt, dass das kontinuierliche Einnehmen der Pille Vorteile hat. Die „Pausenwoche“ wurde angewendet, um die natürliche Situation der monatlichen Blutung zu imitieren. Beim kontinuierlichen Einnehmen einer leichten/schwachen Pille treten meist weniger Nebenwirkungen auf wie z.B. Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen oder Schmerzen. Die Zahl monatlicher Blutungen pro Jahr wir also weniger. Dafür kommen doppelt so viel Zwischenblutungen vor.
Quelle: Population Reports, John Hopkins, Baltimore, April 2005